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„Schützen in Traar müssen leidensfähig sein“ – so hieß es in einem Krefelder Anzeigenblatt in Anspielung auf den Umstand, dass der Ortsteil Traar sich nur alle vier Jahre ein Schützenfest gönnt. Doch mit welchem Schwung, mit welcher Vitalität und mit welcher Präsenz die Traarer Schützen dann die Herausforderung meistern, ihr Dorf in ein Königreich zu verwandeln, sucht seinesgleichen. Jüngst wurde gar kolportiert, die Traarer Schützen hätten zu Pfingsten 2011 ihr bestes Schützenfest aller Zeiten gefeiert.
Freitag, den 10. Juni 2011
Los ging es schon am Freitag mit einer Jugenddisco im Festzelt. Die Traarer Jugend frühzeitig anzusprechen, hat für den Bürgerschützenverein erklärtermaßen einen hohen Stellenwert. Nur unser Nachwuchs kann den Fortbestand des Schützenwesens in Traar garantieren. So sorgten die bewährten DJs von „Studio 82“ mit einer guten Mischung angesagter Musiktitel und den passenden Lichteffekten dafür, dass die Kids „unter sich“ tüchtig abfeiern konnten.
Samstag, den 11. Juni 2011
Mit einem Generalappell auf der Lindenallee begann am Samstag der offizielle Teil des Schützenfestes. Zum Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder versammelten sich die uniformierten Schützen am Ehrenmal neben der Kirche, wo Pfarrerin Angelika von Leliwa mit einfühlsamen Worten den Zusammenhang zwischen Leben und Tod veranschaulichte. Die getragenen Darbietungen der Trachtenmusikkapelle Unternberg sorgten für einen musikalischen Akzent, bevor König Ulrich I. (Gerresheim) zur Kranzniederlegung schritt und damit den Schlusspunkt der feierlichen Zeremonie setzte. Fröhlicher wurde es ab 20.00 Uhr beim Festbankett. Ungeheurer Jubel und donnernder Applaus brandeten auf, als König Ulrich I. und Königin Petra I. mit ihrem Hofstaat – allesamt eskortiert von der 1. und der 2. Kompanie der Historischen Sappeure als Königsgarde – in das prall gefüllte Festzelt einzogen. Zum ersten Mal in ihrer 34jährigen Geschichte stellte die 1. Kompanie der Historischen Sappeure nicht nur den König, sondern auch sämtliche Minister nebst Ordonnanzoffizier und ihren attraktiven Damen. Was folgte, war ein kurzweiliger Abend unter gewohnt souveräner Leitung und Moderation von Präsident Dr. Walter Potthast. Nach der Festansprache des Krefelder Oberbürgermeisters Gregor Kathstede schritt unser Schirmherr Walter Sosul, der Direktor des Mercure Hotels am Elfrather Weg, zur Krönung der Königin. Leider machten die Freien Bauern – man hätte es glatt voraussagen können – als despektierliche Störer auf sich aufmerksam, kaum dass König Ulrich I. ein paar Worte an sein Volk richten wollte. Grußadressen befreundeter Vereine und die Ehrung verdienter Mitglieder gehörten ebenso zum guten Brauch wie die obligatorische Treueerklärung von General Hartmut Schymitzek. Aber auch mit einer behutsamen Fortentwicklung von Traditionen konnte Präsident Dr. Walter Potthast an dieser Stelle aufwarten und bat Felix Rinsch zu sich auf die Bühne. Felix Rinsch hat bekanntlich im vergangenen Jahr in einem spannenden Wettkampf das vom Bürgerschützenverein eigens für die Jungschützen ausgerichtete Vogelschießen für sich entschieden. Als dem ersten Jungschützenkönig in der über 160jährigen Geschichte des Bürgerschützenvereins überreichte Präsident Dr. Walter Potthast Felix I. eine Königsplakette, welche er sein Leben lang bei allen offiziellen Schützenveranstaltungen tragen dürfe. Als Jungschützenkönig repräsentiere Felix I. in besonderer Weise den Schützennachwuchs. Sein Amt symbolisiere die Bedeutung der Jugend für den Fortbestand der alten Schützentradition. Zackiges Trommelspiel und druckvolle Fanfarenklänge der Uerdinger Spielfreunde boten die Freien Bauern auf, um mit viel Brimborium die Bühne zu besetzen. Zugegeben, mit ihren hübschen Marketenderinnen und ausstaffiert mit hölzernen Forken, Rechen und Dreschflegeln konnte man der Bauernschar ein schmuckes Gesamtbild nicht absprechen. Ihr Sympathiewert erhöhte sich nach einer gelungenen Tanzeinlage der Marketenderinnen. Mutig und unerschrocken gab sich sodann Burengeneral Herbert Busch. In einer launigen Rede prangerte er beherzt die Missstände im Königreich Traar an. Die Flickschusterei auf der Moerser Landstraße sei augenfällig, der beklagenswerte Zustand des Umkleide- und Sanitärbereichs der Sportanlage am Buscher Holzweg seit langem wohlbekannt. Klar doch, man verhalte sich königstreu – wenn denn der König die angeprangerten Missstände beseitige. Anderenfalls seien die Freien Bauern Manns genug, ihrem Unmut freien Lauf zu lassen und die Abdankung des Königs zu fordern. Wie nicht anders zu erwarten, wies Kriegsminister Volker Berten sämtliche Bezichtigungen als haltlos zurück – kein gutes Vorzeichen für einen weiterhin friedlichen Verlauf des Schützenfestes.
Gänzlich unerwähnt blieben bislang diejenigen Akteure, welche während des gesamten Abends unverzichtbar die schwungvollen Bögen zwischen den Redebeiträgen spannten: die Trachtenmusikkapelle Unternberg, die Orchestervereinigung Traar und das Tambourkorps „Rheinklang“ Mündelheim. Sie alle stellten – sehr zur Freude der Anwesenden – ihr musikalisches Potenzial sowie ihre Vielseitigkeit eindrucksvoll unter Beweis und trugen auf diese Weise zum Gelingen des Festbanketts bei. Höhepunkt und feierlicher Abschluss zugleich war dann gegen Mitternacht der Große Zapfenstreich. Alle uniformierten Schützengruppen marschierten auf den von etwa 100 Fackelträgern stimmungsvoll illuminierten Kirchplatz. Unter dem Kommando von General Hartmut Schymitzek zeichneten die Trachtenmusikkapelle Unternberg und das Tambourkorps „Rheinklang“ Mündelheim gemeinsam für den musikalischen Part beim Großen Zapfenstreich verantwortlich. Danach hieß es für die Schützen „Abmarsch Richtung Standquartier“, wo teils bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.
Sonntag, den 12. Juni 2011
Eine Herausforderung war dann am Sonntagmorgen das Aufstehen. Für 09.00 Uhr hatten die Verantwortlichen das Festhochamt angesetzt. Auf dem bestuhlten Kirchplatz zelebrierte Pastor Karl-Heinz Alders von der katholischen Pfarre St. Christophorus gemeinsam mit dem Generalvikar des Bistums Aachen, dem in Traar gebürtigen Manfred von Holtum, und dem gleichfalls aus Traar stammenden Monsignore Heribert August die Heilige Messe. Mitglieder der 2. Kompanie der Historischen Sappeure, deren Ursprung auf die Traarer Messdienerschaft zurückzuführen ist, gingen den Geistlichen zur Hand. Die Trachtenmusikkapelle Unternberg spielte die Deutsche Messe von Schubert, Fahnen- und Standartenträger repräsentierten ihre Schützengruppen. Im Anschluss an das Festhochamt marschierten die Schützen in einem kleinen Umzug durch den Ort und erwiesen bei der Königsparade am Traarer Rathausmarkt ihrem beliebten Monarchen im Stechschritt die Ehre. Nicht so die Freien Bauern! Hoch zu Ross näherte sich Burengeneral Herbert Busch der Königstribüne und gerierte sich als Sprachrohr der Traarer Landbevölkerung: König Ulrich I. sei jegliches Gespür für die Belange des gemeinen Volkes abhanden gekommen. Ganz offensichtlich sei er auch nicht willens oder in der Lage, die angeprangerten Missstände im Königreich Traar zu beseitigen. Dies könne nur bedeuten, dass das Volk seine Geschicke nunmehr selbst in die Hand nehmen müsse. Sprach’s und hielt König Ulrich I. mit seinem Degen eine aufgespießte Kriegserklärung hin. Krieg im Königreich Traar! Das sorgte für Entsetzen beim Publikum. Doch zunächst entspannte sich die Situation noch einmal, denn beim nachfolgenden Frühkonzert im Festzelt bereitete die Ordination durch das Sanitätskorps erwartungsgemäß großes Vergnügen und sorgte für treffliche Belustigung der Anwesenden. Ein weiterer Höhepunkt stand den Bewohnern des Königreichs Traar sowie den überaus zahlreichen auswärtigen Gästen am Nachmittag bevor. Um 16.00 Uhr hieß es „Antreten auf der Königsallee“ (Kemmerhofstraße) zum großen Festzug durch unser mit Fahnen, Wimpelketten, Maien und unzähligen Papierröschen prächtig geschmücktes Dorf. Nach dem Abholen des Königspaares setzte sich ein gewaltiger Zug bestehend aus mehr als 450 historisch uniformierten Schützen in Bewegung. Sie wurden begleitet von rund 300 Musikern in Spielmannszügen und Blaskapellen, darunter die beliebte Trachtenmusikkapelle Unternberg aus Österreich, die in ihrer traditionellen Lungauer Tracht bereits zum fünften Mal das Schützenfest in Traar bereicherte. Bei bestem Wetter – hiermit hatten die Traarer Schützen während all ihrer Umzüge enormes Glück – bot sich einer nie dagewesenen Anzahl von Schaulustigen – in der Presse war von bis zu 10.000 (!) Zuschauern die Rede – ein buntes, farbenprächtiges Spektakel. Diverse Schützengruppen glänzten beim Marschieren mit gekonnten Einlagen, deren Choreographie sie an den vorangegangenen drei Übungssamstagen perfekt einstudiert hatten. In offenen Kutschen defilierten Königshaus und Ehrengäste durch geschmückte Straßen am Publikum vorbei. Unser beliebtes Königspaar Ulrich I. und Petra I. genoss fröhlich winkend das Bad in der Menge. Neben der Generalität, Ordonnanzoffizier Alex Vennekel und seiner Ehefrau Anja sowie dem 1. Krefelder Amazonenkorps unter der Traarer Kommandeuse Heike Krouß setzte traditionell die Schwere Artillerie mit ihren imposanten Geschützen Pferde ein. Gleichfalls angespannt war der Lazarettwagen des Sanitätskorps. Premiere hingegen bei den Blauen Ulanen: Sie haben sich auf Pferde geschwungen und stärkten so die Ausstrahlungskraft ihrer Gruppe. Reiten durften schließlich auch noch diejenigen der Freien Bauern, denen Stabsarzt Stefan Rinsch zuvor ein „pedum vitium“ attestiert hatte. Erstmals bei einem Traarer Schützenfest zu bestaunen war die von zwei Kaltblütern gezogene Feldküche der Historischen Sappeure. Dieses original erhaltene und voll funktionsfähige Prachtstück war vor exakt einhundert Jahren von der Eidgenössischen Konstruktions-Werkstätte in Thun/Schweiz für Schweizer Sappeure gefertigt worden. Sehr gut angekommen sind bei den Zuschauern die Wappenschilder der verschiedenen Schützengruppen. Diese kamen erstmals zum Einsatz und wurden von – meist uniformierten – Kindern jeweils vorangetragen. Etliche Schützenväter nahmen – putzig anzusehen – ihren passend zum Schützenrock ausstaffierten Nachwuchs mit auf den Weg. Eine ganze Reihe von Schützengruppen umgab sich zudem mit farbenfroh gekleideten Marketenderinnen (... wären die Freien Bauern ohne solch einen Blickfang überhaupt richtig wahrgenommen worden?). Das Publikum quittierte dies mit herzlichem Beifall. Besonders zu erwähnen ist schließlich, dass zum ersten Mal auch die Königshäuser des benachbarten Verberger sowie des Bockumer und des Fischelner Schützenvereins an unserem Festzug teilnahmen. Diese nette Geste wussten die Traarer als Ausdruck freundschaftlicher Verbundenheit sehr zu schätzen. Ein Glücksfall für das Publikum war es, dass Wolfgang Klein von den Freien Bauern den Anschluss an seine Gruppe verpasst zu haben schien. So konnte er auf der Königstribüne im Zentrum von Traar stehend die Zugfolge kommentieren. Mit profunden Kenntnissen über das Traarer Schützenwesen gesegnet, wusste er zu vielen Gruppen und so manchem Schützen unterhaltsame Anekdoten beizutragen. Der große Festzug mündete auf dem Traarer Rathausmarkt, wo die beteiligten Musikgruppen im Rahmen eines Platzkonzerts noch einmal ihr orchestrales Können unter Beweis stellten. Sie spielten zu Ehren von Königshaus, Vorstand und geladenen Gästen zunächst einzeln und sodann im Rahmen eines gemeinsamen Schlussstücks zusammen auf. Ein solch fulminanter Hörgenuss riss das Publikum zu lang anhaltendem Applaus hin.
Damit war der Tag noch lange nicht beendet: Es folgte um 20.00 Uhr der Krönungsball im Festzelt – ein Abend der Extraklasse! Das für mehr als 2.500 Gäste ausgelegte und voll gefüllte Festzelt – hübsch dekoriert mit den Wappenschildern der dreißig Traarer Schützengruppen – war außer Rand und Band, kaum dass Präsident Dr. Walter Potthast die Akteure des Abends angekündigt hatte. Die „Swinging Fanfares“ brauchten gerade mal ein halbes Musikstück, um die Anwesenden von ihren Sitzen hochzureißen. Ihre fetzigen Musikdarbietungen animierten die Gäste zum begeisterten Mitklatschen, Mittanzen und Mitsingen. Nach ihrer knapp einstündigen rasanten Show wurden die „Swinging Fanfares“ mit Standing Ovations verabschiedet und die Top-Band „No Limit“ übernahm das Ruder. Von Präsident Dr. Walter Potthast angesichts der jetzt schon überbordenden Stimmung zunächst zur Mäßigung aufgerufen, begeisterte „No Limit“ mit brillanten Arrangements und bestechendem Sound. Auf höchstem musikalischem Niveau sorgten die Ausnahmemusiker mit ihrem anspruchsvollen Repertoire für eine ununterbrochen rappelvolle Tanzfläche. Ausgelassen und fröhlich schwoften die Traarer Schützen und die zahlreichen auswärtigen Gäste bis tief in die Nacht hinein.
Montag, den 13. Juni 2011
Am Pfingstmontag konnten die Schützen getrost etwas länger schlafen. Erst für 10.30 Uhr war die Parade vor dem General am Traarer Rathausmarkt angesetzt. Ein kleiner Festzug durch den Ort sowie ein Frühkonzert im Festzelt rundeten den Vormittag ab. Wie am Pfingstsonntag traten die Schützen um 16.00 Uhr auf der „Königsallee“ zum großen Festzug durch den Ort mit anschließendem Platzkonzert auf dem Traarer Rathausmarkt an. Um 20.00 Uhr begann der Schützenball im Festzelt – abermals ein Abend der Extraklasse. Als Einheizer fungierten dieses Mal die „Oedingsche Jonges“. Auch sie hatten gleich beim ersten Stück das Publikum auf ihrer Seite und begeisterten mit schwungvoll dargebotenen Ohrwürmern, die bei keinem Fest fehlen dürfen. Fast unnötig zu erwähnen, dass es für die „Oedingsche Jonges“ kein Entkommen ohne Zugaben gab, ehe die Top-Band „No Limit“ wie am Vorabend das Zelt zum Kochen brachte.
Dienstag, den 14. Juni 2011
Showdown am Buscher Holzweg – so erwarteten es die Traarer und genau so sollte es auch kommen. Nachdem die Freien Bauern ja in den vorangegangenen Tagen nur wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten, fiel niemandem so recht auf, dass sie beim Antreten auf der Moerser Landstraße nachmittags um 17.00 Uhr zum großen Festzug durch den Ort fehlten.
Was war geschehen? Vor dem Hintergrund der theatralischen Kriegserklärung von Burengeneral Herbert Busch am Sonntagvormittag haben die Freien Bauern ihre Maske abgelegt, mit der sie König Ulrich I. lange geblendet und ihm Königstreue vorgegaukelt hatten. Ihr wahres Gesicht offenbarten sie am Buscher Holzweg in Höhe des Sportplatzes, hatten sie doch an dieser Stelle eine mannshohe Barrikade errichtet und sich dahinter mit ihrem gesamten Waffenarsenal verschanzt. Spätestens jetzt war jedem klar, dass die sogenannten friedliebenden Freien Bauern mal wieder zu Rebellen mutiert waren und dem Königreich Traar ein Aufruhr unmittelbar bevorstand. Die Provokation in Person war dabei Burengeneral Herbert Busch, der mit verschränkten Armen keck vor der Barrikade stehend König Ulrich I. und seinem Gefolge aufmüpfig den Weg versperrte. Ein berittener Parlamentär des Königs mit weißer Fahne unternahm einen Vermittlungsversuch. Vergebens, die Aufständischen setzten ihre Barrikade in Brand. Das war offene Rebellion! Wutschnaubend stapfte General Hartmut Schymitzek heran und schleuderte die weiße Fahne in das lodernde Feuer. Damit war ein Scharmützel unausweichlich. Die Altschützen brachten ihre „Dicke Berta“ sowie eine Feldhaubitze gegen die Kanone der Abtrünnigen in Stellung, die Jungschützen rückten bestens ausgestattet mit „Handfeuerwaffen“ in Form von wassergefüllten Luftballons vor. Aber auch die Rebellen und ihre Marketenderinnen(!) hatten sich mit wassergefüllten Luftballons in großer Stückzahl bewaffnet. Schon flogen die ersten Wasserbomben und ehe man sich versah, war die Luft voller bunter Wurfgeschosse. Beide Seiten schenkten sich nichts, was in Anbetracht der verwendeten Munition zu einer extrem feuchten Angelegenheit auswuchs. Auch so mancher Zuschauer musste seine Sensationslust mit einer unfreiwilligen Dusche bezahlen. Tapfer drängten unsere Jungschützen die Rebellen immer weiter zurück. Unter heftigen Rangeleien wurden Gefangene gemacht. Bedauerlicherweise gelang es den Rebellen im allgemeinen Tumult, nicht nur Königin Petra I., sondern auch Finanzminister Wolfgang Bienert und sogar General Hartmut Schymitzek zu entführen. Doch es half ihnen nichts, nahezu alle Aufständischen wurden festgesetzt und gefangen genommen. Eine bemerkenswerte Rolle spielten dabei die ganz unvermutet zu den Rebellen übergelaufenen Blauen Schill’schen Offiziere. Ganz offensichtlich haben sie die imposante Kampfkraft unserer Jungschützen deutlich unterschätzt. Ebenso sorglos wie unbedarft nämlich machten sie es sich unmittelbar hinter der Kampflinie in einer „(S)Chill out Lounge“ auf Liegestühlen gemütlich. Kein Wunder, dass die Rebellen den Kampf so ganz gewiss nicht für sich entscheiden konnten („Wer solche Freunde hat, …“).
Mit Spannung erwartet wurde die Verurteilung der abtrünnigen Truppen beim großen Königs-Gala-Ball am Abend. Stolz zogen die Jungschützen mit ihren teils schwer „verwundeten“ Gefangenen unter dem triumphierenden Beifall der königstreuen Truppen in das Festzelt ein. Burengeneral Herbert Busch wurde gar schon auf einem Schafott kniend vor den König gebracht. Angesichts seiner verheerenden Niederlage blieb ihm nichts anderes übrig, als für sich und seine Mannen bei König Ulrich I. demütig Abbitte zu leisten und kleinlaut wieder Königstreue zu geloben. Meisterlich allerdings nutzte Herbert Busch dabei die Feinheiten der deutschen Sprache. Man „sah“ geradezu hinter diversen Vokabeln ein verschmitztes Lächeln. Nach dem gegenseitigen Austausch aller Gefangenen erklärte Kriegsminister Volker Berten die kriegerische Auseinandersetzung für beendet und verkündete wieder Frieden im Königreich Traar. Der offizielle Teil des Schützenfestes endete gegen 21.30 Uhr mit dem Großen Zapfenstreich im Festzelt, der unter dem Kommando von General Hartmut Schymitzek vom Blasorchester T. V. Jahn Bockum und vom Tambourkorps „Rheinklang“ Mündelheim stimmungsvoll dargeboten wurde. Anschließend konnten die Festgäste ein letztes Mal die Tanzfläche erobern und sich zu den Klängen der Band „Saturn“ verausgaben.
Resümee
Nach Ihrer einmütigen Resonanz haben wir damit, liebe Bewohner des Königreichs Traar, gemeinsam ein richtig tolles Schützenfest erleben dürfen. Über alle Tage dominierten Harmonie und Geselligkeit bei den Traarer Schützen. Dies dürfte ganz entscheidend dazu beigetragen haben, dass weder übermäßiger Alkoholgenuss noch sonst wie unliebsame Vorkommnisse zu beklagen waren. Freuen wir uns also gemeinsam auf das nächste Vogelschießen im Jahre 2014 und das nächste Bürgerschützenfest im Jahre 2015.
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